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Wenn eine Trauerfeier persönlich werden soll – wo Sie beginnen können

Eine Trauerfeier, die aus dem Leben eines Menschen geschöpft ist, entsteht Schritt für Schritt. So finden Sie einen Anfang, wenn der Kopf leer und das Herz schwer ist.

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In den ersten Tagen nach einem Todesfall sind viele Menschen erstaunt, wie viele Entscheidungen plötzlich getroffen werden müssen – und wie wenig Kraft dafür übrig ist. Wenn Sie sich gerade wünschen, dass die Trauerfeier wirklich zu dem Menschen passt, den Sie verloren haben, dann darf ich Sie einladen, kurz durchzuatmen. Es gibt keinen Wettlauf. Es gibt einen ersten Schritt.

Beginnen Sie mit einer einzigen Frage

Wenn Sie sich hinsetzen – vielleicht mit einer Tasse Tee, vielleicht zu zweit an einem Küchentisch – stellen Sie sich nicht die große Frage nach dem Ablauf. Fragen Sie zuerst: Was war für diesen Menschen im Leben wichtig? Nicht, was er getan hat. Sondern, was ihn getragen hat, was ihn zum Lachen gebracht hat, was er nicht ausstehen konnte, was ihn getröstet hat, wenn ein Tag schwer war.

Diese eine Frage öffnet fast immer eine kleine Tür. Und hinter dieser Tür liegen die Bausteine für die Trauerfeier: das Lied, das immer lief, wenn er gekocht hat. Der Spruch, den sie so oft gesagt hat, dass er den Enkeln schon peinlich war. Der Garten, der Wald, das Meer, die Werkstatt, der Chor.

Sammeln, bevor Sie ordnen

Bitte versuchen Sie in dieser ersten Phase nicht, gleich zu strukturieren. Sammeln Sie. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier oder eine Sprachnachricht auf dem Handy und notieren Sie in loser Reihenfolge:

  • Drei bis fünf Eigenschaften, die diesen Menschen ausgemacht haben.
  • Zwei oder drei Sätze, die er oder sie oft gesagt hat.
  • Musik, die zu diesem Leben gehört – nicht nur „passende" Trauermusik, sondern die Lieder, die wirklich gehört wurden.
  • Orte, an denen dieser Mensch aufgeblüht ist.
  • Beziehungen, die geprägt haben – Familie, Freundschaften, Weggefährten.
  • Brüche und schwere Zeiten, die ehrlich dazugehören.

Der letzte Punkt fällt vielen zunächst schwer. Doch eine Rede, die nur Sonnenseiten zeigt, klingt für die, die dort sitzen, oft fremd. Ehrlichkeit macht warm, nicht kalt. Sie erlaubt es allen, den Menschen wiederzuerkennen.

Reden Sie mit mehreren Stimmen

Wenn Sie mögen, holen Sie sich zwei, drei Menschen dazu, die diesen Verstorbenen aus einem anderen Blickwinkel kannten: die Schwester, den langjährigen Kollegen, die beste Freundin, die Enkelin. Jeder erzählt eine andere Geschichte. Und genau daraus – aus diesen Blickwinkeln – entsteht später eine Rede, die niemanden ausschließt.

Sie müssen diese Gespräche nicht selbst führen, wenn es zu viel ist. Eine Trauerrednerin kann diese Anrufe für Sie übernehmen. Das ist ein Teil der Arbeit, die eine gute Begleitung ausmacht.

Was Sie nicht entscheiden müssen

Es hilft manchmal zu wissen, was in diesem frühen Moment noch nicht Ihre Aufgabe ist. Sie müssen nicht wissen, wie der Ablauf am Ende genau aussieht, welche Symbole oder Rituale eingebaut werden, welche Blumen kommen, wer wo sitzt. All das ordnet sich, wenn der Kern steht: dieser Mensch, dieses Leben, dieser Abschied.

Vermeiden Sie „Abschied von der Stange"

Viele Trauerfeiern klingen ähnlich, weil sie mit vorgefertigten Textbausteinen gebaut sind. Sie erkennen das daran, dass eine Feier zwar würdevoll wirkt, aber niemand danach sagt: „Das war er. Das war sie." Wenn Ihnen das wichtig ist – und ich vermute, das ist Ihnen wichtig, sonst wären Sie nicht bis hierhin gelesen – dann bestehen Sie darauf, dass jemand zuhört, bevor er schreibt.

Ein einziges längeres Gespräch, in dem Sie erzählen dürfen, macht am Ende den Unterschied. Nicht die Perfektion der Sprache. Nicht der Rednertisch. Der Unterschied liegt in dem, was nur Sie über diesen Menschen wissen.

Was die Trauerfeier leisten darf – und was nicht

Eine Trauerfeier heilt nichts. Sie schließt keine Wunde. Was sie kann: einen Rahmen schaffen, in dem geweint werden darf und in dem gelacht werden darf. Beides braucht Erlaubnis. Beides gehört zusammen. Wenn eine Feier gelingt, dann meist deshalb, weil sie beides zulässt.

Sie kann außerdem etwas markieren: einen sichtbaren Übergang zwischen dem Leben, das nicht mehr ist, und dem Leben, das weitergehen wird – so schwer sich das jetzt anfühlt.

Ein sanfter erster Schritt

Wenn Ihnen im Moment alles zu viel ist, dann fangen Sie so an: Legen Sie das Handy weg. Stellen Sie sich ein Foto hin. Und schreiben Sie einen einzigen Satz auf, der diesen Menschen für Sie beschreibt. Nur einen. Dieser Satz ist Ihr erster Baustein. Alles andere kommt danach.

Sie stehen gerade selbst vor einem Abschied?

Wenn Sie eine persönliche Trauerfeier oder Begleitung suchen, dürfen Sie sich melden – auch für ein erstes, unverbindliches Kennenlernen. In Ruhe, in Ihrem Tempo, ohne Verpflichtung.

„Abschied, der passt"

Mein Buch bündelt viele dieser Impulse – für alle, die eine Trauerfeier gestalten oder Angehörige begleiten möchten.

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